The End?Vögele Kulturzentrum





The End? bricks, engravures, 205 x 170 x 180 cm, 2006
Ein Knacks im Leben, Wir scheitern… und wie weiter? Vögele Kulturzentrum
https://www.voegelekultur.ch/knacks
In meiner Arbeit geht es immer um die Fragen der Macht, der Verewigung und der Suggestionskraft. Inhalte aus verschiedenen gegenwärtigen Kontexten, der Werbung, der Wirtschaft, der Politik, finden in beständigen Materialien, wie Stein, gebranntem Ton oder auch Gips eine neue Form.
Bei „The End?“ wird das Auseinanderbrechen eines Turmes in Analogie zum babylonischen Turm, zu einer Fragmentarisierung der Sprache. In die losen Backsteine ist das Wort „Ende“ in 36 verschiedene Sprachen eingraviert. Der Turm ist nach dem Konstruktionsprinzip des asiatischen Geschicklichkeitsspiel Jenga aufgebaut. Es geht darum, wer dem Holztürmchen am längsten Bauelemente entnehmen kann, ohne dass es zusammenfällt. In Thailand spielen die Prostituierten dieses Spiel mit ihren ausländischen Freiern an der Bartheke, um die sprachlichen Barrieren beim Anheuern zu überbrücken.
Mir gefiel diese Zusammenführung von Architektur und Sprache im Sinnbild des Turmes. Als Symbol für Fortschritt, kulturelle Identität wird der Turm bei „The End?“ destabilisiert und brüchig.
Brüche sind für mich essentielle Erfahrungen, anhand derer man die Konstruktionen von Einheit, Sicherheit und Macht infrage stellen kann. Wenn ich durch die Bahnhofstrasse gehe, wird mir eine Oberfläche präsentiert, welche ein bruchloses Bild von konsumistischer Erfüllung generiert. Wenn ich durch die Langstrasse gehe, sind die Brüche omnipräsent. Hier herrscht ein Konglomerat von Paralleluniversen vor. In diesem Sinne ist „The End“ eben nicht ein apokalyptisches Bild, sondern ein Bild einer losen und mobilen Struktur. 2006